Common Seeds (in the Amount of X)

x = 1.184.252

Am 1. Januar 2021 habe ich mit der sozialen Plastik Common Seeds (in the amount of X) begonnen. Das Ziel war, innerhalb eines Jahresverlaufs die Stadt Düsseldorf mit essbaren Pflanzen zu begrünen und die urbane Ökologisierung voranzutreiben, um so im städtischen lokalen Raum Strukturen für gesellschaftliche Transformationen zu ermöglichen. Essentiell ist die Interaktion zwischen mir als Künstler und den Bürger*innen der Stadt. Als soziale Plastik nach Beuys gedacht, soll das Kunstwerk die Gesellschaft als Material verstehen und ihre Veränderung forcieren.

Common Seeds (in the amount of X) soll die soziale Plastik weiterdenken und die Menschen nicht lediglich partizipativ einbinden, vielmehr sollen sie selbstständig und kollektiv das Kunstwerk und die Stadt mitgestalten und die klassische Rolle der Autorschaft neu definieren. Initiativen und Bürger*innen, die sich bereits für einen sozialen und ökologischen Wandel engagieren zu unterstützen und ihnen Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen, erscheint der ideale Weg, um eine von Innen entwickelte Transformation zu ermöglichen.

In den ersten Monaten des Jahres befand ich mich somit in engem Austausch mit diversen Bürgerinitiativen,  die sich bereits selbstständig organisiert hatten, um ihren eigenen Stadtbezirk zu begrünen.  Aus natürlichen und vergänglichen Ressourcen entwickelten wir Beete. Diese bekämpfen mit neu gedachten traditionellen Methoden Probleme des urbanen Gärtnerns und der zunehmenden Klimaerwärmung und wurden nach Prinzipien der Permakultur konstruiert, einem ökologischen Denkansatz, der auf Symbiose und Naturnähe setzt. Die von mir errichteten Beete stehen auf öffentlichen Plätzen und werden dort von den Anwohner*innen selbstorganisiert gepflegt und bestellt. Zusätzlich verteile ich Saatgut und Jungpflanzen für Gemüse und Obst.

Die Ausbringung überwiegend essbarer Pflanzen weckt durch den direkten Nutzen die Aufmerksamkeit der Bürger*innen und wirft kritische Fragen der industrialisierten globalen Landwirtschaft und des naturentfremdeten Konsumverhaltens auf. 

Die Ausbringung überwiegend essbarer Pflanzen weckt durch den direkten Nutzen die Aufmerksamkeit der Bürger*innen und wirft kritische Fragen der industrialisierten globalen Landwirtschaft und des naturentfremdeten Konsumverhaltens auf. 

Ergänzend zu der Unterstützung der bereits vorhandenen Initiativen, schaffte ich einen Raum für eine neue Bewegung. Ich gründete auf dem Gelände der Bundesgartenschau im Südpark der Stadt Düsseldorf einen Ort für gemeinschaftliches Gärtnern, den Phloxgarten. Gemeinsam mit 20 Anwohner*innen errichteten wir einen biodiversen naturnahen Obst- und Gemüsegarten, der öffentlich zugänglich und stark frequentiert ist. Der Phloxgarten demonstriert eine neu gedachte Methode der Landwirtschaft, die sich als lokale, vielfältige und insektenfreundliche Art des gemeinschaftlichen Anbaus und somit als Gegenteil der Monokultur versteht. Wir Gärtner*innen haben uns basisch demokratisch organisiert und unseren Garten als Raum der sozialen Begegnung genutzt. Um ökologische und sozialpolitische Probleme zu thematisieren, haben die Mitglieder*innen als Bildungsangebote Workshops und Veranstaltungen sowie politische Diskurse organisiert und gemeinschaftlich an politischen Demonstrationen teilgenommen. Aus diesen Begegnungen formte sich die sozialkünstlerischere Künstlergruppe
Phloxkollektiv.

Durch Common Seeds (in the Amount of X) wurden innerhalb eines Jahres über 1 Millionen Samen ausgebracht und zahllose weitere unter den Menschen verbreitet. Das Kunstwerk ist eine Initialzündung und soll weiteren Projekte anstoßen, sodass sich die Transformation und Ökologisierung exponentiell verselbstständigt. Diese soziale Plastik existiert nicht nur in der Gesellschaft, sondern entwickelt sich durch sie in ihr, was Common Seeds (in the Amount of X) zu einem endlosen, lebendigen und dynamischen Prozess werden lässt.

On January 1st, 2021, I started creating the social sculpture Common Seeds (in the Amount of X). The goal was to green my hometown Düsseldorf with edible plants over the course of the year and to facilitate social transformations in the local urban space by promoting urban greening.

An essential aspect is the interaction between me as an artist and the citizens. Conceived as a social sculpture, following Beuys‘ definition, the performance understand society as a material and force its change. Common seeds (in the amount of X) aims to enhance the concept of social sculpture.
Instead of involving people as mere participants, the classic role of authorship is redefined, and they independently and collectively shape the work of art and the city itself. Supporting and creating opportunities for initiatives and citizens who are already working on social and ecological change appears to be the ideal way to enable an internally developed transformation.

In the first few months, I was in close contact with various citizens‘ initiatives that had already organized themselves to green their own urban
districts. We developed plant beds from natural and biodegradable resources. They combat
problems of urban gardening and increasing global warming with newly conceived traditional
methods and were constructed according to the principles of permaculture, an ecological
approach that relies on symbiosis and closeness to nature. Located in public places, these plants are planted and looked after by the residents
themselves. Furthermore, I distributed seeds and young plants for vegetables and fruits. The predominant use of edible plants is intended to attract the citizens‘ attention due the direct benefits.
Additionally, it aims to raise critical questions about industrialized global agriculture and consumer behaviour, which is often alienated from nature.

In addition to the support of existing initiatives, I created a space for a new movement. I founded a place for community gardening, the phloxgarden, on the grounds of the Bundesgartenschau in the Südpark of the city of Düsseldorf. Together with 20 local residents, we built a biodiverse, natural
fruit and vegetable garden that is open to the public and heavily frequented. The phloxgarden
demonstrates an innovative type of agriculture, which understands itself as a local, diverse and insect-friendly type of communal cultivation. As such, it is the opposite of a monoculture. Us
gardeners have organized ourselves democratically and used our garden as a space for social
encounters. In order to address ecological and socio-political problems, we have organized workshops and events as well as political discourses as educational opportunities. Moreover, we have
jointly participated in political demonstrations. The social-artistic group Phloxkollektiv was formed from these encounters.

During Common Seeds (in the Amount of X) over one million seeds were planted in one year and countless more were spread among the people. The artwork is an initial spark that is
intended to initiate further projects making the
transformation and greening become independent at an exponential rate. This social sculpture does not only exist in society. Instead, it develops through and within society. This makes Common Seeds (in the Amount of X) an endless, living and dynamic process.

Es wurde ausschließlich biodynamisches Saatgut verwendet.

Lokales und selbstvermehrtes Saatgut wurde bevorzugt eingesetzt.

Keine tierische Düngung, keine F1-Hybride und keine Chemie kamen zum Einsatz.

Ausschließlich samenfestes Saatgut wurde ausgebracht.

Die Saat lässt sich vermehren und ermöglicht Autarkie und 

Unabhängigkeit von den Industriemonopolisten.

Heimische Arten wurden bevorzugt genutzt.

Saatgut ist Gemeingut.

Only biodynamic seeds were use.

Local and self-propagated seeds were preferred.

No fertilization based on residues of animal origin , F1-hybrids or chemicals were used.

Only open pollinating varieties (non-hybrids) were planted.

These seeds can be multiplied and enable self-sufficiency

and indipendence from the industrial monopolists.

Native species were preferred.

Seeds are common property

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